Herbstritt am 15. Oktober 2006

Es war an einem Herbstmorgen. Gerade mal bei 6º C lag der Nebel morgens in Schleiern über den Wäldern von Dorndiel. Würde die Sonne es schaffen, die Nebel zu durchbrechen oder würde es ein grauer, vielleicht sogar verregneter Tag werden?

Die Pony´s schnaubten leise und dösten noch vor sich hin, als sie für ihren großen Ritt abgeholt wurden. Langsam kamen auch von außerhalb die Reiter mit ihren Anhängern.

Vera hatte leider das große Pech, das Spýr kein großer Freund von Autofahrten war. Nach erfolglosen Versuchen den Hänger ganz auseinander zu nehmen, protestierte er so heftig, das er zeitweise auf der Nase lag. Glücklicherweise ist nichts schlimmes passiert.

Nach großem Hallo, Pferde fertig machen, Regensachen nicht vergessen, ein leckeres kleines Wildschweintröpfchen und mit einem lächeln im Gesicht, starteten 13 Isländer mit ihren Reitern gutgelaunt in den Tag.

Dieses mal nahmen am Herbstritt teil:

Rainer mit Svertingur
Eva mit Höfdi
Günter mit Brainn
Verena mit Ljomi
Vera mit Spýr
Claudia mit Benjamin
Rotraud mit Mária
Anna mit Lifsgladur
Eva mit Sinta
Ronja mit Seifur
Sabine mit Vinda
Andrea mit Saeta
Nicole mit Mosá

Bernhard konnte leider aus gesundheitlichen Gründen nicht mitreiten und leitete somit die Notfalleinsatzzentrale.
Monika, Michael, Bernhard, Alex, Rieke, Guido, Jana, Corinna, Hans und Ute gesellten sich als „Fußgänger“ zum Mittag dazu.

Aber erst einmal zurück. Der Himmel klarte auf, die Sonne hielt immer mehr Einzug und unsere kleine Gruppe setzte sich gegen 10.30 Uhr in Gang. Erst einmal durch Dorndiel, vorbei an einem Feuerwehreinsatz (Heutige Übung: Wie spritze ich eine Wanderreitgruppe von der Straße). Trotz der riesig großen furchterregenden Schlauch-Schlangen blieben die Pferde cool. Hinüber zur Weide (Andrea einsammeln), vorbei am Naturschutzgebiet den Bruchwiesen von Dorndiel, ab in den Wald Richtung Wald Amorbach. Ein neugemachter Weg (natürlich nur für uns) drängte sich förmlich zum Tölten (o. ä.) auf.

Schnell wurde es nicht nur uns warm. Durch die kühlen Nächte haben unsere Pferdchen schon ordentlich Winterfell angesetzt, so das Schritt sie schon ins Schwitzen brachte.

Es folgte die erste P-Pause in der gewitzelt wurde, „mit fortschreitenem Alter wird die Gesundheit gefördert“, in dem nicht mehr Hanuta sondern Fruchtriegel gereicht wurden. So gestärkt kamen wir (wie ich erst später erfahren habe) zur allseits bekannten Steintafel. Diesmal kam Claudia in den Genuss sie vorzulesen. Weiter ging es den Berg hoch, am Grenzweg entlang, Richtung Hainstadt. Ein steiles Stück quer Beet durch den Wald gingen wir zu Fuß.

<Kommando schneller>. Vinda startete durch. Ermuntert durch einen Defekt am Sattel sprintete sie munter drauf los. Das <Kommando halt, Fußgänger>, nutzte Sabine schnell um den Sattel wieder zu befestigen.

Oberhalb von Hainstadt stiegen wir ab und führten die Pferde die ziemlich steile Straße in den Ort hinunter.

Bergauf – Bergab, langsam – schneller, aufsteigen - absteigen. Es war für jeden etwas dabei...

... und die Sonne lachte. Und wir mit ihr.

Ein Einzelgalopp zwischendurch von Claudia wurde durch einen kleinen Seitenhüpfer von Benjamin unterbrochen. Die Rodeokühe kamen. Neugierig am Zaun stehend betrachteten sie uns aus großen Augen. Und weiter ging es am Wald entlang immer Richtung Rai-Breitenbach.

Pünktlich um 13.00 Uhr trafen wir auf dem Sophienhof in Rai-Breidenbach zum Mittagessen ein. An dieser Stelle noch mal großes Dankeschön für die vorher schon abgesteckten Paddock´s für unsere Ponny´s, die sich somit auch ein bisschen von den Strapazen erholen und wieder trocknen konnten.

Nun war erst mal Tischerücken angesagt. Waren wir doch mehr als ursprünglich geplant (ungefähr das doppelte).
Die Stimmung war prima, der Hunger sehr groß, die Bedienung maßlos überfordert, die Pferde dösten und die Sonne lachte.
Das Essen war sehr lecker auch wenn Claudia kein Rührei bekam, weil es zwar Eier gab, aber keinen der sie vor 15.00 Uhr machen wollte. Unsere Jüngsten genehmigten sich zum Nachtisch noch ein zusätzliches Eis, mit und ohne Schokosoße (Aussage der Bedienung, „alle mit Schokosoße wär einfacher“). Alles in allem, es war herrlich und die Stimmung super.

So ca. 16.30 ging es weiter. Gut gelaunt wurde vereinbart, das alle Pony´s von der Jugend geputzt werden sollten. Leider wurde die Definition „Jugend“ von Eva bis 50 Jahre hochgesetzt. Tja, wieder nichts. So ging die Gemeinschaftsbürste reih um.
Aufsitzen, um die Kurve und ... freilaufende Schafe. Ich glaube so mancher hat mit der Idee, sich als Treiber zu versuchen gespielt.
Weiter ging unser Ritt einen schön geschlungenen Pfad immer den Breuberg hoch.

Oben angekommen erst einmal Verschaufspause auf der grünen Wiese. Für die Ponny´s zum grasen, für uns mit Dominosteinen von Eva. Andrea, die eigentlich noch rappelsatt vom Mittagessen war und schon stöhnte wenn man nur das Wort Schokolade erwähnte, konnte der Versuchung nicht wiederstehen „Oh, eine Lücke ist noch da“. So erging es noch jemandem anderen. Nämlich Seifur, der seine Chance nutzte, als versehendlich eins der beliebten Steinchen runterfiel und, so schnell konnte keiner gucken, mit einem Haps verschlang. So wie er schaute, scheint es ihm geschmeckt zu haben.

Berg rauf, Abhang runter so nach dem Motto „auf und nieder immer wieder ....“

... und die Sonne lachte und wir mit ihr.

Wieder ein Stück steil nach oben, mit anfänglichem Sprung.
Verenas Ljomi machte plötzlich immer mehr Pause um stehen zu bleiben. Er war wohl diese Berg- und Talfahrt nicht gewöhnt und war platt. Jedenfalls hoffen wir alle, das er sich schnell wieder erholt.
Da nicht eindeutig war und um schlimmeres vorzubeugen, hat Bernhard die beiden Mitten im Wald (hier müsste die Definition Abzweigung Sausteige noch mal überdacht werden) abgeholt. Auch hier noch mal danke für den schnellen Notdienst.

Langsam wurde es dämmrig. Ui, ui, ui und noch ein Stück zu reiten. Im Dunkeln im Wald, nein nicht wirklich also <Tempo schneller>. Wir flogen nur so über die Wege und kamen unserem Endziel immer näher. Unsere Pony´s zeigten uns noch einmal ganz deutlich was einen Isländer ausmacht. Ausdauer und Zähigkeit, Treue und Freude. Unglaublich, es schien geradeso als wollten sie uns das noch mal ins Gedächnis rufen. Und einmal mehr liebe ich diese kleinen Wollknäule, die trittsicher mit Beharrlichkeit, Ausdauer und Mut, in einem Tempo das man nicht für möglich halten möchte, ihre Reiter durch den Wald sicher gen Heimat brachten.

Und trotzdem, gegen die Zeit hatten wir nicht wirklich Chancen. Es wurde dunkel. Günter morste lustig Blinkzeichen mit seiner Sicherheitsleuchte. Zwar kam sie gegen die Dunkelheit nicht an, aber wir wussten immer wo Günter gerade war. Manche stiegen ab, andere nicht. Sie vertrauten, was trittsichere Wege betrifft, lieber ihrem Pony. Für mich, kluge Entscheidung. Das allerletzte Stück lief dann jeder.
Müde und froh kamen wir an. Während einige von uns ihre Vierbeiner auf die Weide brachten, wurden die anderen verladen. Alles ging sehr schnell. Schade eigentlich, denn in der allgemeinen Hektik kam ein Tschüß viel zu kurz.

Brainn wollte einfach nicht aus Dorndiel weg. Er wär wohl gerne noch geblieben. Nach einigen Überredungskünsten, gab er sich einsichtig und stieg in seinen Hänger, dem wohlverdienten Feierabend entgegen.

Diejenigen unter uns, die sich zu diesem Zeitpunkt noch fit fühlten, Hut ab an dieser Stelle, versammelten sich noch auf einen Abschiedstrunk bei Rotraud, Bernhard und Anna. An diesem Abend, scheint mir, wollten so einige nicht nach Hause. Wie unter anderem auch Sabine. Sie fuhr zwar ganz artig los, musste aber Notgedrungen ihre Heimfahrt unterbrechen, weil ihr nach einigen Metern das Benzin ausging.

Fazit: Mir persönlich hat dieser Herbstritt sehr gut gefallen. Die Stimmung war wunderbar, das Wetter war fantastisch und die Sonne lachte mit uns und wir mit ihr. Vieles habe ich an dieser Stelle bestimmt vergessen. Es lässt sich immer schwerer beschreiben wie etwas war, man muß einfach dabeigewesen sein.

Ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken für das schöne Beisammensein, für die gute Organisation, die lustigen Gegebenheiten, die netten Leute, natürlich vor allem bei den Isi`s und

... einfach für diesen tollen Tag!!!

Eure Nicole

P.S. letzte Meldung um 23.23 Uhr von Vera: „Haben die beiden mit 2 Hängern gut nach Hause bekommen...“