Basispass Islandpferd

Am Pfingstsonntag fand der erste von vier Kurstagen zum Erhalt des „Basispass Islandpferd“ in Hähnlein statt.
Ich verteilte die Tage auf vier Wochen, weil ich befürchtete die Pferde könnten bahnsauer werden, schließlich mussten sie 4 Stunden am Tag ihre Kreise in der Bahn drehen. Doch meine Sorge war völlig unbegründet! Die Pferde hatten ebenso viel Spass wie die Mädels! Die Begeisterung der Kids schien sie angesteckt zu haben. Aber wenn man mit so viel Hingabe und Liebe umsorgt wird, bleibt einem ja fast gar nichts anderes mehr übrig. So freuten sich die Pferde über die vielen Äpfel, die verdrückt wurden um an den Apfelbutze fürs Lieblingspferd ranzukommen, die schicken Frisuren, die kreiert wurden (der „Bob Marley“ stand Tengi einfach vorzüglich) und über jede Menge Schmuseeinheiten.

Aber neben all der Zuwendung kam das Lernen natürlich auch nicht zu kurz: Bahnfiguren mussten abgespeichert werden („Rechts dreht, links marschiert auf“-„Hä? Was soll das denn?“), der unabhängige Sitz wurde verbessert, „Wie erkenne ich, ob mein Pferd richtig galoppiert und welches Bein muß beim Leichttraben nochmal wann vorgehen?“ Wilde Ponys mit Abstand in der Abteilung zu halten war auch nicht immer leicht, wenn jedes Erster sein will und „Wie verschafft sich ein eher kleiner Mensch beim Umgang und Führen Respekt bei einem dann doch eher großen Pony?“

Zur Abwechslung wurden Trailaufgaben, Dressurlektionen (wie Rückwärtsrichten und Vorhandwendung), Bodenarbeit und Pferdefussball ins Programm eingefügt, denn es war nicht immer leicht, solch eine gute Gruppe ausreichend zu fordern.

Die Theorie war recht umfangreich, aber nicht genug für „meine Mädels“ – so musste ich auch hier den Rahmen erweitern, so dass Annika (die zweite Prüferin) in der Prüfung ganz fasziniert war, was da alles aus den jungen Reiterinnen raussprudelte: Takt und Fussfolge aller Gangarten (Annika: „Das hab ich erst fürs Reitabzeichen gelernt!“), sämtliche Formen der Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen und, und, und. Sie waren zwar nicht restlos begeistert von Theoriestunden (wenn nebendran die Pferde stehen und man doch eigentlich viel lieber schmusen möchte), waren aber so fleißig, dass sich manch einer nach den drei Fragen in der Theorieprüfung wunderte „Wie, das war schon alles?“ und die Eltern fasziniert davon waren, wie lerneifrig ihre Töchter sein können und sich nur ein bisschen dieses Enthusiasmuses für die Schule gewünscht haben!

So hat natürlich jeder mit Bravour bestanden und seine erste Urkunde erhalten. Nebenbei hat der Verein noch drei neue Mitglieder dazugewonnen und den Altersdurchschnitt etwas aufgefrischt....

Es war eine tolle Zeit und hat Schülern, Pferden und Lehrer gleichermaßen Spaß gemacht.

Steffi Zeidler