Himmelfahrtsritt 2006

Raindrops keep falling on my head...

= Motto des Himmelfahrtsritts 2006 im Spessart

'Regentropfen' © Thomas Grötschnig. Vergrößerung: 310 kB

Mittwoch, 24. Mai 2006

Im Laufe des Mittwochnachmittags trafen alle tapferen Spessarträuber –Anwärter am Startpunkt der Räubertour in Mönchberg ein. Bei Tanja, unserer VFD-Rittführerin der nächsten Tage, und ihrer Familie wurden wir Zwei- und Vierbeiner freundlich empfangen. Die Paddocks waren schon gerichtet; Sonne und einen herrlichen Blick ins Tal gab’s kostenlos dazu. Nachdem Concha wieder einmal bewiesen hatte, dass Hovawarte ein Gen zum freundlichen Begrüßen jeglicher Menschen eingebaut haben, und nachdem alle bis auf Andrea, die erst am Donnerstagmorgen kommen wollte, eingetrudelt waren, trafen wir uns zum gemütlichen Schmausen im Gasthof Mengeburg, in dem sich einige Reiterlein schon einquartiert hatten. Die Sonne verabschiedete sich unterdessen von uns für die nächsten 4 Tage, was wir zum Glück allerdings noch nicht wussten.... Vorausschauend hatte Vera allerdings schon einmal ihren Regenmantel nachgewachst. Dass Regen auch zentimeterhoch in der Stiefeln stehen kann, erfuhr sie allerdings erst 2 Tage später...
Nach einem leckeren Abendessen, zubereitet von einem leicht cholerischen – gell’, Gerlinde?? – aber sehr begabten Koch , fielen wir alle wohlgefüllt in unsere Betten, seien sie nun im Gasthof, in der Reiterpension, im Campingbus oder im Pferdehänger bereitet.
In der Nacht „unterhielten“ Glennir und Samson mit ihren pubertären Kabbeleien und mit lautstarkem Gequietsche im Paddock diejenigen der Gruppe, die wie Rotraud und Bernhard ihr Nachtquartier direkt bei den Pferden aufgeschlagen hatten. Die beiden Ponies stritten sich wohl jeden Grashalm, Apfelhaufen und um das Privileg, möglichst nahe bei Naggur stehen zu dürfen, in den sich Glennir offenbar verguckt hatte, wie sich am nächsten Morgen zeigte.

Donnerstag, 25. Mai

Der Regen setzte pünktlich am Morgen ein und zeigte, dass die Wettervorhersage recht behalten hatte. Wir ließen es uns nicht verdrießen, hüllten uns in Regenkleidung vom Hi-Tech - Produkt der Petrochemie ( Margit) bis zur Marke „australischer Urtyp“ ( Karl-Günter, Vera ) und setzten tapfer daran, die im Vogelsberg begonnene Tradition, Wanderritte im Regen stattfinden zu lassen, fort. Der Regen pladderte stetig, die umliegenden Spessarthöhen versanken im Nebel und die Räuberschar je nach Temperament und Ausstattung unter Regenhut und Casco-Helm.
Ein im Garten aufgestelltes leckeres Frühstücksbüffet lud zum Bedienen ein – fleißig wurden Brötchen geschmiert, rotbackige Äpfel und Müsliriegel gebunkert, denn wir wussten ja nicht, ob Eva genügend Hanutas mitgenommen hatte.

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Auch Tanja erschien mit ihrem Dicken , einem Warmblut-Haflingermix, der von manchen etwas skeptisch beäugt wurde, war er doch sozusagen ein Pony im XXXL-Format. Man muss aber zugeben, dass sich der etwas rundliche Wallach auch im Umfeld der Isländer-Schrittriesen wacker schlug und am Ende des Rittes zum Ehrenisländer ernannt werden konnte, den auch das Stakkato des Töltrhythmus nicht mehr aus der Fassung brachte.
Und dann ging es los! Gleich zu Beginn – alle Pferde waren natürlich etwas aufgeregt und die Reiter zum Teil dazu – gab’s den ersten Zwischenfall, der zwar nicht zum Sturz, aber zur ersten Runde Wildsau-Tropfen auf der Geißhöhe führte: Karl-Günters sonst so artiger Glennir beschloss, bei dem Wetter gar nicht erst mit dem Arbeiten anzufangen und strebte so vehement zu Naggur und seinem Paddock zurück, dass sein Reiter erst einmal eine Reit- und Besinnungspause einzulegen beschloss, da ja auch Martina nicht zuletzt wegen ihrer starken Erkältung Trossfahrerpflichten übernehmen wollte. Nachdem dann auch Erika, vor Schreck um Glennir und/oder Ehemann noch leicht grün um die Kiemen, aber tapfer sich wieder in den Sattel gehievt hatte, war der zweite Start gesichert. Nach der ersten langen Steigung die Höhe hinauf war der erste Dampf weg und die Ponies liefen vergnügt, gleichmäßig, friedlich und im flotten Schritt den Eselsweg entlang, der sich – typisch für einen alten Handelsweg – längst des Höhenrückens entlangschlängelte. Teilweise war sogar noch die Pflasterung durch handbehauene Sandsteinblöcke erkennbar. Der Weg führte uns durch herrliche Mischwälder, weite Heidelbeerfelder ließen den Wunsch nach Sommer aufkommen , der Regen ließ nach und störte auch nicht mehr, der Nebel waberte durch die Bäume und ließ die düsteren Spessartsagen trotz des Maiengrüns ganz realistisch erscheinen. Die finstersten Gestalten, die uns begegneten, entpuppten sich jedoch z.B. als eine Schar leicht verschlammter Mountainbiker, die unseren Weg kreuzten. Ab und zu erhaschte man einmal einen Blick ins nächste grüne Tal. Und weiter ging’s im flotten Schritt; auch wenn immer mal wieder die Töltstrecken insgeheim lockten, waren alle doch zu diszipliniert, um Tanjas Order zu widersprechen ; auch waren zum Teil die Wege recht hart, aber mit Hufschutz problemlos bereitbar. Nach zwei Stunden die erste Pause – und tatsächlich hatte Eva genügend Hanutas eingepackt!
Schließlich verließen wir den Eselsweg und begaben uns wieder in die Zivilisation : eine längere Asphaltstrecke, die wir vorsichtshalber hinunterführten, machte uns mit einem der vielen Straßendörfer des Spessarts bekannt. Nun stieß auch Angelika zu uns, die sich mit Erika deren braunen Samson teilte und die zweite Hälfte der Strecke wie einen Teil des restlichen Tagesberichts übernahm!
Am Wechselpunkt unserer 2 „Teilzeitreiter“ Erika und Angelika in Altenbuch machten wir eine kleine Pause. Unsere Isis waren schneller ans Ziel gekommen, als Tanja gedacht hatte. Unsere kleinen Islandzausel werden halt doch immer wieder mal unterschätzt. Danach ging es dann weiter in Richtung Kartause Grünau. Der direkte Weg dorthin wurde uns durch einen umgestürzten Baum versperrt. Ein Versuch ,ihn zu umreiten, endete mit dem Verlust eines Schweifriemens, der aber zum Glück dann wieder gefunden werden konnte. Notgedrungen ritten wir ein Stück zurück. Schon bald gab es einen parallel verlaufenden Weg, den wir dann auch nahmen. Unterwegs gab es noch einen Bach, an dem unsere Ponies ihren Durst löschen konnten. Und bald waren dann auch wir am Ziel, nicht gerade unserer Träume, aber immerhin lockten in der Kartause Speis und Trank.

Die Kartause war ein Kloster des Kartäuserordens. Es wurde 1328 gegründet. Es war die 2. Gründung der Kartäuser in Deutschland nach Mainz. Der Niedergang des Klosters fand im 18. Jahrhundert statt (lt. Meyers Lexikon).

Wir entschieden uns dafür, draußen zu sitzen, nahmen aber das Angebot der Bedienung, den Heizstrahler anzumachen, gerne an. Der Platz war zwar überdacht, aber auf Dauer war es doch ein wenig frisch. Aber das gute Essen und warme Getränke ließen unsere Stimmung steigen. Alte Geschichten wurden aufgewärmt und Erinnerungen an den letzten Himmelfahrtsritt aufgefrischt. So vergingen 2 Stunden, in denen es ununterbrochen regnete, wie im Fluge. Martina (mit Pferd) und Jochen (ohne) kamen auch noch dazu. Danach ging es dann weiter in Richtung Kernhof. Nach ca. 1 ½ Stunden Regenritt waren wir dort, froh, im Trockenen absatteln und unsere Ponies versorgen zu können. Abends gab es dann „Gegrilltes“ und leckere Salate.
An dieser Stelle ein ganz herzliches „Dankeschön“ an die Familie Werner vom Kernhof. Mit eine sooo herzlichen Aufnahme hatte niemand rechnen können: schöne geräumige Paddocks für die Ponies, eine saubere, durchdacht geplante Hofanlage mit überdachtem Putz- und Sattelplatz, schöner Töltbahn und überwältigend freundliche Gastgeber, denen nichts zu viel war und die versuchten, für alle auftretenden kleinen Probleme sofort eine Lösung zu finden. Im gemütlichen Reiterstübchen mit bullerndem Kanadaofen trafen wir uns nach dem Bezug der Zimmer zum abendlichen Schmaus. Der Tisch war üppigst gedeckt, selbstgemachte Salate, frische Tomaten, Eingelegtes, dazu vom Hausherrn auf dem Schwenkgrill köstlich gegrilltes Schweinernes und Sojaschnitzel für die Vegetarier. In einigen Mitreitern keimte der Gedanke auf, hier auch einmal auf einem Kurs gut aufgehoben zu sein. Eine Weile schwatzten und futterten alle gemütlich um den großen Tisch verteilt, aber schließlich waren doch alle müde. Der 1. Tag ging ruhig zu Ende.

geschrieben von:

Erika und
Angelika

Freitag... (Margit Barrow-Schmitz)

Aufbruch vom Islandpferdehof „Kernhof“ in Rötterbach.
Nach einer recht angenehmer Nacht in einem originell eingerichteten Sechsbettzimmer (trotz intensiven Waldrodungsarbeiten durch Rainer), Duschen, Pferde versorgen und erstklassigen Frühstück machten wir uns daran unsere - im übrigen sehr gut untergebrachten - Pferde zu putzen und zu satteln. Mein Isi (Hausi) durfte die Nacht neben einer Kuh samt Kalb verbringen, ihm hat es gefallen und – Gott sei Dank – er wiehert noch.
Gerlinde durfte Glennir, den Isi von Familie Herrmann, erst auf der tollen Töltbahn des Hofes reiten und, da das super geklappt hat, auch weiter auf unserer heutigen Tour. Ihr eigenes Pferd musste wegen Gurtdruck als Handpferd geführt werden.
Wir verabschiedeten uns von unseren Gastgebern (und den zwei süßen Islandhunden) und marschierten neben unseren Pferden los. Noch war es zu unserer Freude niederschlagsfrei. Wir waren noch keine 100 Meter vom Hof entfernt als Eva bemerkte dass ihr Pferd lahmt. Also wieder Stopp. Das Pferd wird auf dem Hänger zu unserem heutigen Ziel, die Geißhöhe, gebracht. Eva reitet nun Rainers Pferd, er fährt den Wagen plus Hänger. Dadurch ist Frau Kerstein heute vom Gepäck kutschieren befreit und kann mit uns reiten. Eine Viertelstunde später sind wir endlich unterwegs.
Unser Weg führt uns zunächst durch Wiesen und dann bergauf und bergab durch den schönen Spessartwald. Als besonderes Highlight queren wir einen Wildpark mit Dammwild und Wildschweinen, was unsere Pferde - zu unserem Erstaunen - kaum aus der Ruhe brachte.
Auch wenn mal ein Baum im Weg lag – immer wurden wir sicher durch unsere Wanderreitführerin unserer Wege geführt. Leider spielte das Wetter immer weniger mit – es wurde feuchter und feuchter. So feucht, dass wir unsere geplante Mittagspause auf eine Pause zum Austreten und einen kleinen Schnaps zum Aufwärmen reduzierten. Eigentlich war hier geplant, dass Eva von Rainer abgelöst wird, doch dieser hatte seinen Regenmantel „vergessen“ (ha! – wer’s glaubt!) und so musste Eva weiter durch die Nässe.
Im strömenden Regen ging es nun weiter durch die wunderschöne Landschaft des Spessarts zur 520 Meter hoch gelegenen Geißhöhe.
Mensch und Tier sind pitschnass als wir auf der Geißhöhe ankommen. Jetzt schnell die Pferde auf die von Frau Kerstein vorbereiteten Paddocks gebracht, versorgt und dann nichts wie raus aus den nassen Klamotten. Unsere Sachen durften in einer Scheune vor sich hin tropfen und wir bezogen unsere Doppelzimmer mit Bad und Balkon. Frisch geduscht und aufgewärmt ging es dann zum Ausklang hinunter in die Gaststätte.
In finsterer Nacht, laut kichernd und auch mal kreischend (ausgelöst durch eine schwarze Katze die uns um die Beine strich), suchten wir uns dann unseren Weg zurück zu unseren Betten.

Margit

Am dritten Tag.....

wurde sogar die Sonne gesehen. Morgens um 6.00 Uhr (bis wir los geritten sind, war sie aber schon wieder hinter grauen Wolken verschwunden). Blauer Himmel hätte uns auf Dauer auch total überfordert.

Als endlich geklärt war, wer mit welchem Pferd mitreitet und welches Pferd sich ausruhen darf, machten wir uns so gegen 10.00 Uhr auf den Weg. Zu erkennen war offensichtlich ein neuer Trend „wir lassen Wanderreiten“, denn auch für Margit sprang heute die Reitbeteiligung ein. Zu Fuß ging es steil abwärts und abwärts und abwärts. Wir merkten, dass Regenklamotten doch nur bedingt atmungsaktiv sind und bei mach einem stellte sich ein leichter Saunaeffekt ein (habe ich etwa Rufe nach Regen gehört? Nee oder?). Nach dem gestrigen Tag trauten sich aber nur die ganz Mutigen, die Regenjacken auszuziehen. Zumal der Himmel doch ziemlich gewittrig aussah. Trotzdem konnten wir zwischendurch einen flotten Tölt/Trab einlegen um uns dann sofort bei der Feuerwehr, die dort im Wald ihr Pfingstlager vorbereitete, mit kühlen Getränken zu erfrischen. Weiter ging es oberhalb des Heimbuchentals entlang, und fast bis zum Wasserschloss Mespelbrunn. Kurz vorher bogen wir aber ab und erklommen die Höhen des Spessarts. Gut, es wäre schon schön gewesen, wenn nicht die ganze zu bewältigende Höhe sich auf eine einzige Stelle beschränkt hätte. Aber unsere Pferde schafften es und oben angekommen ging es dann dem Ort unserer Mittagsrast entgegen, dem Forsthaus Echterspfahl. Dort konnten wir die Pferde anbinden. Allerdings war schon ein Reiter da. Ein ganz toller schöner. Sagt man (oder Frau :-)), so dass wir unsere Pferde auch auf die umliegende Bäume, entlang eines Wegs, verteilen mussten. Da dort aber keine Autos fahren, sollte es kein Problem sein. Dachten wir. Noch während wir unser Essen bestellten, kam allerdings ein Getränke-Laster rückwärts den Weg entlang gefahren. Er kam näher und näher. Die Pferde standen ganz artig und ruhten sich aus, wie sich das gehört. Und der Laster fuhr weiter auf sie zu. Offensichtlich dachte der Fahrer, die gehen schon weg, wenn er kommt. Wir waren geschockt. So schnell konnten wir gar nicht sprinten, um den Laster aufzuhalten. Und wirklich, Gott sei Dank waren die Pferde schlauer als der Fahrer. Sie sind wirklich im letzten Moment zur Seite gegangen. Der Fahrer wird so etwas nicht mehr machen, denke ich, die Reaktionen unsererseits waren eindeutig. Na, das Essen hat uns dann doch geschmeckt, nur der Kaffee wurde ob des leicht einsetzenden Nieselregens wieder abbestellt. Der Aufbruch war etwas hastig. Bernhard und Rotraud befreiten noch einen armen Araberhengst, der sich mit seinem Halfter am Hänger verhakt hatte und ganz verzweifelt war. Kommentar des lässig herannahenden Besitzers: „Danke, hoffentlich hat der Gaul was gelernt“ ??? Dazu mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Danke jedenfalls an Eva, die das bemerkt und Hilfe geholt hat. Wir ritten also weiter, entlang eines schönen Tals mit Bachlauf. Kurz vor Dammbach hatte die Pferde Gelegenheit, am Bach zu trinken. Vera wollte kein Wasser, dafür aber dringend einen Kaffee trinken, aber weil es gerade wieder anfing zu regnen, wurde dieser Vorschlag doch abgelehnt. (Merke: beim nächsten Wanderritt zum Hanuta noch Pocket-Coffee, damit der Koffein-Pegel erhalten bleibt). Unser Weg führte uns durch Dammbach und dann wieder durch ein romantisches Tal Richtung Geißhöhe. Den Abend ließen wir wieder im Lokal Geißhöhe ausklingen. Martina bestellte Wildsautropfen für alle. Worauf die Bedienung ganz entgeistert fragte: „16!!? und noch einen Sauergespritzten?“ Hartmut fügte dann erklärend hinzu „Ja das soll eine Runde für alle sein“ Ob die Bedienung das geglaubt hat, entzieht sich leider unserer Kenntnis. Sie sah nicht so aus. Jedenfalls konnten wir heute den Heimweg dank Hartmuts Stirnlampe erkennen und nachdem wir uns versichert hatten, dass weder Zäune noch Ponys bei dem aufkommenden Sturm weggeflogen waren, fielen wir alle ins Bett.

Andrea

Sonntag, 28. Mai

6:00 Uhr – ein erster Blick aus dem Fenster – der Wind pustet den Regen in Schwaden waagerecht am Fenster vorbei. Oje, also besser noch mal Augen zu und Decke über den Kopf.

7:00 Uhr – noch’n Versuch – naja, hat doch immerhin aufgehört zu regnen! Dann kann man ja direkt mal so langsam aufstehen und den Pferden ihr Frühstück bringen.

8:00 Uhr, beim (Menschen-)Frühstück – was ist das? Sollte das da draußen etwa ein Sonnenstrahl gewesen sein?
Nach packen und im Hänger verstauen, Pferde putzen, Satteln und - Halt! - erst noch Paddocks abbauen (es muß gleich alles mit, das Troßfahrzeug mit Hänger fährt Bernhard zurück nach Mönchberg, an seiner Stelle reitet heute Anna Lifsgladur), und nach einem Bügeltrunk („Spessarträuber“ - lecker!) von unserer Gastwirtin Frau Bohlig spendiert, geht es tatsächlich nicht nur trocken los, sondern bei gemischt bewölktem Himmel, sogar mit blauen Flecken! Es ist kühl, der Wind kräftig, aber der Regenmantel ist erstmals auf diesem Ritt aufgerollt und am Sattel festgeschnallt, und da bleibt er heute auch!

Geführt wird heute nur kurz. Schon nach ein paar hundert Metern steigen wir auf und verlassen die Geißhöhe durch Felder und Wiesen und schließlich dichten Wald über die sanft abfallende Seite Richtung Südwesten. Schließlich wird der Weg steiler, wir begegnen Leuten und verlassen den Wald direkt an der romantischen Ruine Wildenstein. Hier wird offenbar gerade ein Burgfest vorbereitet – oder reiten wir schon mitten durch? Egal, es geht weiter, jetzt am Waldrand entlang über einem lauschigen Talgrund. Der Blick öffnet sich auf Eschau, das wir, immer die Hänge entlangreitend, in einiger Entfernung passieren. Noch einmal geht es über eine leichte Anhöhe, dahinter taucht schon – viel zu früh? – Mönchberg auf. Die Wege schlängeln sich noch eine Weile durch die Wiesen und an Waldrändern entlang um uns schließlich zu Tanjas Wanderreitstation Aubachtal am Ortsrand von Mönchberg zurück zu führen.

Die Pferde werden noch einmal in die Paddocks gebracht (hätte Hrefna den nicht einfach ganz lassen können? Naja, wenn der Zaun auch beim Wälzen im Weg ist!). Es wird geschäftig – Troßhänger ausleeren, Gepäck in Autos verstauen usw.. Aber für einen Abschiedskaffee bei Tanja ist natürlich schon noch Zeit – zumal inzwischen wirklich die Sonne scheint! Dann brechen so nach und nach alle zur Heimfahrt auf – müde, aber entspannt und zufrieden erreichen wir den heimischen Stall und die Weiden, wo endlich auch die Pferde ihr Wochenende bekommen.

Mein persönliches Fazit:

Trotz der feuchten Witterung war dieser Ritt ein besonderer Genuss. Wir waren eine harmonisch reitende Reitergruppe wie ich es bisher bei keinem Himmelfahrtsritt erlebt habe – kein Davonreiten, kein Auftraben, kein Gezackel und Diskutieren (mit dem Pferd) mitten in der Gruppe. Jeder fand seinen Platz im Verband an dem sich Pferd und Reiter wohlfühlten. Dabei kamen auch flottere Gangarten nicht zu kurz.

Und wir hatten eine perfekte Rittführung. Alle Wege waren vorweg erkundet, es gab kein verreiten und kein Wegesuchen, dafür aber gelassene und souveräne Leitung unserer bunten Truppe. Dafür ganz herzlichen Dank an unsere Rittführerin Tanja Breunig!

Hartmut