Der Zimtschneckenritt

Nach anhaltendem Sonnenschein und hohen Temperaturen hatte der Himmel heute für uns etwas Besonderes vorgesehen. Die über Nacht hereingezogenen Wolken öffneten ihre Schleusen und es goss aus Kübeln. Alle 10 Reiterlein und ihre Pferde, die sich an diesem Sonntag bei Rotraud zum Gelände Übungsritt eingefunden hatten, waren nass bis auf die Knochen noch bevor man übers Satteln nachdachte. Der guten Laune tat das Wetter keinen Abbruch, im Gegenteil es gab Anlass zu mancher Witzelei. Und so zogen wir nass aber entspannt los zum Ritt, der für einige Pferde, darunter auch meines, etwas völlig Neues war. Als das Gelände es zuließ (es ist hier stellenweise sehr steil) begannen wir mit den Übungen. Sie sind einfach zu beschreiben allerdungs nicht ganz leicht zureiten, machen aber Mordsspaß!
Zuerst ritten wir in einer Reihe auf der rechten Seite des Weges hintereinander. Der erste wendet ab und reitet ans Ende der Schlange, schließt sich dort wieder an. Das selbe auch auf der linken Seite.
Nächste Schwierigkeitsstufe: Der Slalom
Wieder wird hintereinander geritten. Diesmal werden die Abstände so vergrößert ,dass der vorderste Reiter im Slalom um alle anderen herum nach hinten reiten kann. Nicht alle Pferde waren auf Anhieb damit einverstanden, so auch meins. Mit etwas Überredungskunst gelang aber auch diese Übung und es stellte sich ein Lerneffekt ein: Nachdem das einmal geklappt hatte, wussten die Pferde was gefragt war und beim zweiten Mal liefs besser.
Nächst Aufgabe: Wir stellen uns paarweise auf und bilden eine Gasse. Der Reiter hinten links fängt an und reitet durch die Gasse nach vorn, stellt sich vorne links wieder hin. Dann sein rechter Nachbar usw. Die Schwierigkeit ist hier zum einen, das die Pferde recht lange ruhig stehen müssen, zum anderen, dass sie sich ganz allein vorne wieder einreihen sollen.
Steigerung: Es wird im Trab oder Tölt durch die Gasse geritten und /oder die Gasse bildenden Paare halten ihre Gerten zum Spalier.
Vor lauter Konzentration war uns das Wetter ganz egal geworden, sodass es beleidigt abzog. Die Wolken rissen auf und die Sonne verdampfte die Feuchtigkeit. Im Nu verwandelte sich die an sich schon reizvolle Landschaft in eine dunstige Märchenwelt.
Kurz vor der Pause noch eine kleine Übung: Der Weg gabelt sich. Der zweite Weg verläuft parallel, aber das können die Pferde ja nicht wissen. So soll denn jeder Zweite den Parallelweg nehmen- für unsere jetzt schon geübten Pferdchen gar kein Problem!
Jetzt noch kurz über die Straße eine kleine Böschung hoch (sehr steil!) und schon stehen wir auf einer wunderschönen Wiese mit Spielplatz. Die Pferde lassen sich sofort das saftige Gras schmecken und die Reiter die selbst gebackenen Zimtschnecken. Außerdem gibt es noch heiße und kalte Getränke-perfekt! Nach der Pause zeigt uns Rotraud noch, wie man den Spielplatz als Trailübungsplatz Zweck entfremden kann. Auch sehr lustig und für die Pferde der richtige Aufwecker.
Zurück geht’s erst mal am Waldrand entlang und wir können die wundervolle Aussicht genießen. Noch eine kleine Trailübung und wir wechseln mal in eine schnellere Gangart.
Das müssen wir glaube ich noch ein bisschen üben... aber alle konnten wieder durchparieren, Ab jetz gehen wir im Schritt heimwärts und weil Petrus das Schauspiel so gut gefallen hat, dreht er auch gleich wieder den Wasserhahn auf. Aber jetzt ist uns das auch egal.
Der Ritt endet so gut gelaunt wie er begonnen hat.
Vielen Dank Rotraut! Und für die nächsten Zimtschnecken wird gespart.
Astrid G.