Himmelfahrtsritt 2015  Pfalz/Silz

Donnerstag, der 14. Mai 2015

Donnerstag war der erste Reittag unseres Sternenrittes. Zunächst wurde pünktlich um 8 Uhr gefrühstückt und wir wurden alle von Jutta umsorgt, die nicht nur ein Frühstücksbuffet vorbereitet hatte, das keine Wünsche offen ließ, sondern auch auf Wunsch Eier und immer wieder Kaffee kochte. Der kleine, liebevoll gestaltete Garten lud zum Verweilen ein, so dass wir ein wenig später als geplant im Sattel saßen. Direkt hinter dem Schönbachhof begann unser Ritt in den Pfälzer Wald im strahlenden Sonnenschein.

Die Pferde waren zunächst alle ein wenig aufgeregt, beruhigten sich aber nach und nach, so dass wir den Pfälzer Wald genießen konnten. Herrliche weiche Waldböden, das satte Grün der Wiesen und Weiden, der süße Frühlingsduft und eine liebliche Landschaft, die immer wieder Sandsteinformationen zeigt, lassen den Pfälzer Wald zu einem wunderschönen Wander- und Reiterparadies werden. Außerdem konnten wir bereits nach einiger Wegstrecke feststellen, dass man hier tatsächlich nicht verhungern oder verdursten kann. Denn typisch für diese Region ist, dass man mitten im Wald Weinwirtschaften findet, die beim Ausschenken der Weinschorle mit dem Wein nicht geizen. So setzten wir nach einer kurzen Rast, die die Pferde zum Grasen nutzten, sehr beschwingt unseren Ritt fort. Jochen, unser Wanderreitführer, nahm es gelassen, dass seine Nelly, eine Norweger-Arabermixstute, mit unseren flotten Isländern nicht immer so ganz mithalten konnte. Er steuerte mit uns nun sicher unser Ziel für die Mittagspause an, den Bärenbrunnerhof, ein Bio-Gasthof mit Pfälzer Spezialitäten. Auf diese mussten wir dann aber ein bisschen warten, denn wir waren nicht die einzigen, die die tolle Idee hatten, am Vatertag einen Ausflug zu machen. So wurden unsere Pferde, die wir an einem Anbindebalken in Sichtnähe festgemacht hatten, von Groß und Klein bewundert. Die Pferde nutzten die Pause zu einem entspannten Mittagsschläfchen, alle, bis auf eine kleine Stute, die wie immer viel zu aufgeregt inmitten der netten Wallache war …  Eine Gruppe von Vätern war mit Bollerwagen, der die Aufschrift „Ich bremse auch für Elwetrittche“ trug, unterwegs. Diesen Waldbewohnern des Pfälzer Waldes sollten wir aber erst am nächsten Tag begegnen …  Auf dem Rückweg mussten wir laut Plan die Ortschaft Dimbach durchreiten; die Kinder des Dorfes erklärten uns jedoch, dass das Ortsende gesperrt sei und waren uns sehr behilflich, den richtigen Weg wiederzufinden, der kleine Philipp fuhr mit dem Fahrrad voraus, um uns wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Hatten wir zunächst die Wegstrecke im Schritt zurückgelegt, so hatte sich die Gruppe jetzt zusammengefunden, so dass wir zum Abschluss einen flotten Tölt reiten konnten. Dies war bereits eine herrlich lange Strecke, die uns jedoch nur einen kleinen Vorgeschmack auf die schier endlosen Töltstrecken des Pfälzer Waldes, die wir in den nächsten Tagen ritten, geben sollte. Abends kehrten wir, nachdem wir die Pferde versorgt hatten, im Gasthof „Zur Linde“ ein, das Essen war sehr lecker, die Bedienung … naja, und dann regnete es auch noch, so dass wir uns zunächst Sorgen um das Wetter am nächsten Tag machten …

Tanja

 

 

Freitag, 15.5.2015

 

Heute ist der 15. Mai, auch genannt die „kalte Sophie“. Sophie gibt ihrem Name alle Ehre – als wir aufwachen trommelt Regen gegen die Fensterscheiben – na supi – wenigstens ist es nicht kalt.

Martin bearbeitet noch im Bett seine Wetter-App und erfährt, dass alles gut ist. Um 10.00 Uhr wird sich der Regen legen und ein schöner Reittag liegt vor uns.

Wir frühstücken wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Haus und lassen uns reichlich Zeit. Den für 10.00 Uhr angesetzten Abritt verschieben wir stillschweigend, unser Führer Jochen sitzt ja auch mit beim Frühstück. Keiner will Martins positiver Wettervorhersage so recht Glauben schenken, also wetten wir: Wenn es weiter regnet, muss Martin ein Runde ausgeben, wenn nicht, bekommt er von jedem im Laufe des Tages einen Schnaps. Und siehe da, um 10.30 Uhr ist es tatsächlich trocken und wir holen die Pferde von den Paddocks. Beim Satteln ein kleiner Schock: Unser Führpferd Nelly hat eine dicke Beule auf dem Rücken. Da sollte man heute bestimmt keinen Sattel drauflegen. Netterweise stellt Jutta uns bzw. Jochen ohne langes Wenn und Aber ihr eigenes Pferd, einen stabilen Fuchs-Wallach namens Zaboon, zur Verfügung. Auch er ist übrigens unbeschlagen.

Um 11.30 Uhr geht es dann endlich los. Die ersten paar hundert Meter des Weges geht es sehr steil bergauf, Jochen gibt deshalb die Devise aus: Wir führen die Pferde den Hang hinauf. Rainer sitzt allerdings schon im Sattel – Glück gehabt. Alle anderen quälen sich zu Fuß den wirklich sehr steilen Berg hinauf, bevor sie aufsteigen.

Im Wald tröpfelt es noch von den nassen Blättern, aber der Himmel wird heller und heller. Martin hat seine Wette wohl definitiv gewonnen.

Gleich zu Beginn bieten sich wunderbare Gelegenheiten zum Tölten an, die wir heute auch sofort nutzen. Dabei stellen wir fest, dass Zaboon für die schnellere Gangart deutlich mehr Talent hat als Nelly, er kann im Trab – oder heißt es Choc? – locker mit unseren Ponies mithalten und Jochen ist endlich mal vorne, wie es eigentlich auch sein sollte.

Nach ca. 1 Stunde passieren wir das Dorf Waldrohrbach, wir lassen die Pferde an einem schönen Brunnen auf dem Dorfplatz trinken. Aber wehe – direkt vor dem Brunnen ist ein Loch (für den Maibaum?) im Pflaster eingelassen, welches mit einem wackeligen Eisendeckel mehr schlecht als recht verschlossen ist. Martin erkennt zwar noch die drohende Gefahr, trotzdem tritt Rubin mit einem Hinterbein in die Falle. Der Deckel verrutscht und das halbe Bein versinkt im Loch. Glücklicherweise behält Eva im Sattel die Nerven, Rubin kann sich befreien und beide kommen mit dem Schreck davon. Puuh! Das war knapp!

Kurz nach 13.00 Uhr erreichen wir unsere Mittagsrast, die Kletterer-Hütte am Asselstein. Wir genießen die wunderbare Aussicht auf den Ort Anweiler und die berühmte Reichsburg Trifels aus dem Hoch-Mittelalter. Hier wurde übrigens Richard Löwenherz gefangen gehalten, nachdem er überraschenderweise lebend von einem Kreuzzug zurück kehrte.  Für die Pferde gibt es hier sehr stabile Anbindebalken, leider ist die Wirtschaft allerdings voll besetzt. Kein Problem – man stellt uns eine Biergartengarnitur unter das Vordach, und wir haben so unsere Ponies gut im Blick.  Eva löst ihre Wettschulden ein und kauft Martin einen original Pfälzer Saumagenschnaps.  Als wir nach dem guten Essen aufbrechen, kommt auch die Sonne endgültig aus den Wolken hervor.

Nach einem weiteren Ritt durch wunderbare Wälder und Wiesen auf traumhaften Wegen sind wir gegen 16.00 Uhr wieder nahe dem Schönbachhof. Eine Schar ausgerissener Kälber zwingt uns zu einem kleinen Umweg und um 16.15 Uhr erreichen wir den Hof.

Um 19.30 Uhr ist ein Tisch in der nicht ganz bürgerlichen Weinstube Matthis in Klingenmünster reserviert.  Hier sitzen wir wieder gemütlich im Hof, auch Ingrid, Martin und ihre überaus gut erzogene Hündin Tammy stoßen wieder zu uns. Das bedeutet, es wird wieder ein sehr spaßiger Abend.

 

Uli und Martin

 

 

Samstag, 16.05.2015

Bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein wurde um 08:20 Uhr unter dem Pavillon gefrühstückt. Davor hat ein Teil der Gruppe die völlig ausgehungerten und verdursteten Pferde versorgt. Um auf den Tag gut vorbereitet zu sein checkte Ulli mit dem Wetterradar den Wetter verlauf. So wusste jeder, was er zum Anziehen mitnehmen musste. Nachdem alle ihre Pferde gesattelt und richtig getrenzt hatten – Ulli hat Toni die Trense falsch angezogen und somit einen Horsemanship Punkt abgezogen bekommen – ging es um 10:15 Uhr los. Wir folgten dem Gelb-Roten-Pfad Richtung Lindelbrunn. In einem kleinen Ort ließen wir unsere Pferde an einem Brunnen trinken in dem folgendes gemeißelt war: „Wer diesen Stein umwallt, der wird 100 Jahre alt.“ Da keiner von uns so lange leben will, tat dies allerdings keiner. An der Bühlhofschänke machten wir eine kleine Rast. Danach folgten wir dem Blau-Gelben-Pfad der uns zur Burg Berwartstein führen sollte. An der Burg konnten wir unsere Pferde direkt an den Mauern der Burg festbinden. So einen schönen Anbinde Platz hatten wir selten gesehen. Nach dem sehr guten Essen ritt nach langer Überredungskunst Martin II auf Peli weiter.

Katharina

Der Bericht vom Nachmittag folgt!

 

Sonntag, 17.Mai 2015

 

Natürlich wollen wir auch heute noch einen Ausritt machen – einen kleinen nur, weil ja Abreisetag ist. Kurz nach zehn  sind die Ponies gesattelt.  Dunkelgraue Wolken am Himmel werfen die Frage auf, ob wir heute wirklich nochmal das Regenzeug mitnehmen müssen. Arn zieht ihren Regenmantel jedenfalls gleich an: „Dann regnet es bestimmt nicht.“ Sie sollte Recht behalten!

Wir tauchen wieder in den Pfälzer Wald ein, bewundern am Waldrand die dicken Stämme von alten Eichen und Buchen und üben uns dann im „Eierkarton-Reiten“. Das heißt: nicht immer berghoch/bergrunter sondern immer auf halber Höhe am Hang um die Berge herum. Auf diese Weise beschert uns Jochen das Highlight dieses Hmmelfahrtrittes: ein fast ebener Waldweg mit griffigem Naturboden, der sich kilometerweit um die Hänge windet. Wir geraten in den absoluten Töltrausch, alle Pferde finden ihr Tempo und werden wunderbar locker. Wie lange wir so getöltet sind – keine Ahnung, ewig! Schließlich erreichen wir unsere Mittagsrast, das Cramer-Haus bei Lindelbrunn. Die Ponies werden am Zufahrtssträßchen an einer nicht übermäßig stabilen Stange angebunden. Die meisten sind friedlich, nur die wilde Lolo testet, ob man den ihr zugewiesenen Holzschober evtl auch abbauen kann…  Wir Reiter sitzen im Garten an einem langen Tisch, dann stoßen auch Ingrid, Martin zwei und Tammy zu uns. Während wir es uns mit Weinschorle und Pfälzer Spezialitäten gut gehen lassen, kommen weitere Reiter mit Riesenpferden durch den Garten und streben zielsicher einem uns verborgen gebliebenen richtigen Anbindeplatz zu…  Zurück geht es auf dem kürzesten Weg, wir müssen schließlich alle heute nach Hause.

Am Reiterhof angekommen werden schnell  die Reiter- und Pferdeutensilien gepackt, der Hänger angekuppelt und die Pferde verladen. Dann noch ein herzlicher Abschied von Jutta und Jochen und ein dickes Dankeschön an beide!!! Die Rückfahrt ist bei allen problemlos, zum Glück hält auch Ulis Auto durch!

 

Fazit:  Pferde- u. Reiterunterkunft ok, die Gastgeberin sehr nett!  Mit Jochen haben wir uns prima verstanden, er kannte sich richtig gut aus und zeigte uns tolle Wege! (und er hat schon eine Idee für einen möglichen weiteren Ritt in dieser Gegend). Das Wetter war klasse, der einzige Regen fiel nachts und hörte pünktlich morgens um 10 Uhr auf. Landschaft und Wege waren wunderschön, mit vielen Einkehrmöglichkeiten mit Anbindeplatz für Pferde. Wir Mitreiter fanden uns schnell zu einer harmonischen Gruppe zusammen und es wurde ausgesprochen diszipliniert und rücksichtsvoll geritten. Danke dafür und Danke an Uli und Martin für die Organisation!                                Eva

Es waren dabei:
Tanja mit Lolo, Arn-Katrin mit Stjarni, Katharina mit Peli, Uli mit Toni, Martin mit Ivitia, Rainer mit Magnus, Eva mit Rubin    sowie Ingrid und Martin zwei, ohne Pferd aber mit Hund Tammy