16.05. bis 20.05.2012 Himmelfahrtsritt


Mittwoch, 16.05.2012 – Anreise

Bei freundlichem Wetter verluden wir am frühen Nachmittag auf dem Fasanenhof unsere Utensilien und die Pferde, was sich unerwartet problemlos gestaltete. Gegen 13.30 Uhr  ging es dann los in Richtung Rhön.

Wir nahmen den etwas weiteren Weg über Frankfurt und wurden kurz hinter Hanau  von Udo überholt, ohne es zu merken. Das einzig nervige für uns und die Pferde war ein kleiner Stau am Ende der Autobahn bei Neuhof. Dafür konnten wir uns den sehr hohen aber nicht unbedingt schönen Kaliberg sehr genau betrachten.

Glücklicherweise hatte Rainer uns auf die  Blitzer, die den Straßenrand im Abstand von 100 m säumen,  vorbereitet. Bei der Ankunft in Mosbach schien noch die Sonne, aber schon direkt nach dem Ausladen der Pferde setzte heftiger Wind und Regen ein. Die Temperatur lag bei gefühlten 5°C. Eva, Rainer und Udo waren kurz vor uns angekommen und steckten bereits die Koppel ab. Wir lernten die sehr herzliche Hofbesitzerin Martina kennen, die uns gleich mit den Örtlichkeiten vertraut machte und uns ihre frisch geborenen Kätzchen zeigte. Alsbald saßen wir bei Kaffee und 56%igem Hochmoorgeist im Reiterstübchen. Rotraud und Bernhard waren inzwischen auch gut angekommen.

Da die Staffeler Pferde noch nicht angeweidet waren, stellte uns Martina für die Nacht zwei große, gut eingestreute Boxen zur Verfügung. Die anderen Pferde durften in den Paddocks auf der schönen Wiese übernachten. Gegen Abend traf dann auch Jana mit  einem Pferd, vier Kindern, einem Mann und einem Zelt ein. Diese logistische Herausforderung meisterte sie mit Hilfe von zwei Vans und einem 3er-Pferdeanhänger.  Zum Reiten blieben aber nur Jana und Paula da, der Rest der Familie musste abends wieder nach Hause.

Gegen 19.45 Uhr trafen wir uns zum Abendessen im Forellenhof im Nachbardorf, wo  einige von uns die erste Nacht verbringen sollten.  Fast alle  bestellten Forelle der verschiedensten Zubereitungsart. Was dann auf den Tisch kam, erinnerte von der Größe eher an einen Weihnachtskarpfen, vom Geschmack her war es aber eindeutig  forellisch einzuordnen.  Jana und Paula durften bereits in dieser Nacht das Blockhaus in Mosbach beziehen,  wo Jana das mitgebrachte Zelt im Garten aufbaute.

Es war schon recht spät und wir hatten fertig gegessen, als Evas Telefon klingelte und sich der Rest der Truppe (Ingrid, Martin und Katharina) ankündigten. Eva fuhr nochmal  zurück nach Mosbach zum Blockhaus, um die drei mit ihren zwei Pferden und dem Hund einzuweisen.

Da der Abritt am nächsten Tag bereits auf 9.30 Uhr festgesetzt war, gingen wir nach dem letzten rhönischen Bier zeitig um 23.00 Uhr auf Kammer (sehr nett und rustikal eingerichtet) und fielen alsbald in tiefen Schlummer.


                                                                                                                 Martin und Uli



Freitag 18.05.2012, der 2.Tag

Nach dem morgendlichen gemütlichen Frühstück im Blockhaus, holten wir unsere Pferde zum Putzen und Satteln. Um zehn war der Abritt geplant und wir starteten pünktlich.

Von Mosbach aus ging es an den Ausläufern des Gersfelder Tierparks vorbei und dann Richtung Simmelsberg. Der Anstieg erfolgte zunächst auf einem kleinen Pfad durch den Wald. Hier stieg Ingrid schon mal ab um ihrem Pferd den Aufstieg zu erleichtern. Schließlich stammt es aus ebenen Regionen und ist Berge, nicht gewöhnt.

Als wir aus dem Wald herauskamen, erstreckte sich eine wunderschöne Wiese mit Knabenkraut und Europäischen Trollblumen vor uns. Das Ziel nah vor Augen und die Pferde schnaufend, stiegen Bernhard, Rainer und Rotraud auch ab um den „Rest“ zu laufen. Der Rest war aber noch sehr lang und steil. Der Simmelsberg ist einer der höchsten Erhebungen in der Rhön (843 m). Als die Abgesessenen vor Anstrengung kaum noch Luft bekamen, stiegen sie wieder auf und erklommen auf ihren tapferen Pferden den Gipfel, das war schon eine starke Leistung von allen Ponys. Der Gipfel ist ein Plateau mit wunderschöner Aussicht in den Gersfelder Kessel und Richtung Wasserkuppe. Auf dem Simmelsberg gibt es einen Skilift und eine Fläche zum Modellfliegen.

Nach längerem Verschnaufen ging es wieder bergab Richtung Rengersfeld und dann nach Sparbrod. Dort wartete unser Mittagsziel auf uns, die Gaststätte „Hähnchen –Paula“. Die Pferde wurden am Rande eines Spielplatzes an Bäumen an einem Bach angebunden und konnten sich ausruhen. Die meisten von uns aßen „glückliche“ Hähnchen in allen Variationen. - Sehr lecker!

Udos Pferd machte sich in der Pause selbständig, vielleicht wollte es schaukeln oder rutschen? Nach der Pause durfte Ingrids Pferd mit dem Hänger nach Mosbach fahren, die anderen mussten laufen.

Auch an diesem Tag war das Wetter sehr schön, ein paar Regentropfen beim Simmelsberg waren nur dazu gut, dass die vorsichtigen Reiter einmal ihre mitgeführten Regensachen auspacken und lüften konnten.

Nach dem Versorgen der Pferde, war noch ein Ausflug zum Kreuzberg geplant. Hier gibt es ein Kloster mit eigener Brauerei. Der Kreuzberg ist 928 m hoch und man hat von ihm eine Aussicht in die fränkische Rhön, die hessische Rhön, den Thüringer Wald und den Spessart.

Der Kreuzberg und die dortige Gastronomie ist ein beliebtes Ausflugsziel, für mich persönlich ein bisschen zu viel Trubel.

Nach Genuss des Bieres und des Abendessens, stiegen Uli, Jana, Rotraud und Paula noch die 284? Stufen zu den Golgota Kreuzen hinauf. Die Aussicht war schon super, aber schnauf!!

Zurück in Mosbach schauten wir noch mal nach den Pferden und Martin V. (die 2. Version), er wollte Wasser am Wasserfass auf der Weide zapfen. Der Verschluss des Fasses war nicht ganz in Ordnung. Martin hat das Provisorium etwas stürmisch geöffnet, so dass der Verschlussschieber ausgehängt wurde. Jetzt schoss das Wasser wie eine Fontäne aus der Öffnung. Martin hüpfte wie Rumpelstilzchen um die Öffnung und suchte verzweifelt den Verschluss. Nach ein paar Minuten versiegte der Strom, das Fass war leer und Martin nass. Eva, Rainer und Ingrid schauten vom Zaun aus zu, sie waren trocken. Bernhard kam gemächlichen Schrittes, um dann das Fass wieder zu richten. Aber Martin hatte Glück, er musste keine Eimer schleppen, der Stallbesitzer fuhr neues Wasser auf die Weide.

Der Tag klang dann bei einem Gläschen gemütlich aus, es wurde dabei vorsichtig die Frage gestellt, in welchen Krankenhäusern Martin wohl die technischen Geräte wartet?

Rotraud und Bernhard

                                                                                               



Samstag, 19.05.2012 – der 3.Tag

Bei bewölktem  Himmel ging es pünktlich um 10 Uhr los, natürlich wieder gestärkt mit einem kleinen Schnapserl. Erstes Ziel war heute die Fuldaquelle. Dort angekommen gab es eine kleine Rast. Während sich die Pferde nur für das Gras interessierten, erkundeten die Reiter die eingefasste Quelle mit Gedenktafel. Der Versuch von dem frischen Quellwasser zu trinken ergab manch schönen Anblick…

Danach ging es weiter an der Wasserkuppe vorbei, die mit 66om die höchste Erhebung Hessens ist. Auf dem Übungshang wimmelte es nur so von Gleitschirmfliegern.Mittagspause war heute am Guckeisee. Restaurant mit Terrasse und Ausblick auf einen kleinen Erholungssee . Dort konnten die Pferde  in einem kleinen Waldstück pausieren und wir konnten unser Essen genießen. Vor dem Weiterritt ging es zuerst für die Pferde an den See, trinken und die Beine kühlen.

Auf dem Rückritt haben sich die Wolken dann zum Glück verzogen und die Sonne hat sogar geschienen. Nach der Ankunft in Mosbach ging es, wie immer, zum Dorfbrunnen Pferde tränken.

Abends saßen wir gemütlich im Blockhaus beisammen und haben bei einem Bierchen Fußball geguckt und den Tag beendet.


Katha und Martin     






Sonntag, 20.05.2012 - der 4.Tag

…the Day after – ganz Deutschland weint (die Bayern haben das Champions League Finale verlorenL und Maddin aus Worfelden ist Schuld) – ganz Deutschland? NEIN!!! Einer kleinen Schar Isi-Reiter aus´m Odenwald ist das aber ziemlich wurscht. Sie freut sich auf einen weiteren wunderschönen Ausritt – leider der Letzte der 4-Tages-Tour.

Der 4.Tag unseres HiFa-Rittes beginnt wie immer mit einem ausgiebigen Frühstück. Bei strahlendem Sonnenschein wird zum 1.mal auf der Terrasse des Blockhauses gefrühstückt. Jana ist noch etwas müde, weil unweit ihres Zeltes die Dorfjungen – in tiefer Depression -  lautstark über den Sinn des Lebens, der Frauen überhaupt und soooo…  sinniert haben.

Aber egal. Rauf auf die Pferdies und hinaus ins Gelände. Tanja, unsere heutige Rittführerin, ist zuversichtlich, dass sie den Weg zum „Jagdschloss Holzberg / Holzberghof“ finden wird.

Auf den obligatorischen Aufwärmer verzichten wir heute und reiten der Sonne entgegen. Auf langen Wegen „langsam“ tölten, durch den Wald traben und gemächliche ansteigende Galoppstrecken waren für heute angekündigt. Aber wie das immer so ist, meistens kommt es anders.

Vorbei an der Kaskadenschlucht, die so steil und steinig ist, dass sie für die Pferde nicht passierbar war. Unsere Isi´s sind denn auch locker und ganz relaxed daran vorbei geschlendert.

Der nächste Stopp war am Natur Reservat Rotes Moor. Der herrlich blaue See im Hochmoor lädt zum schwärmen und natürlich zum fotografieren ein. Martin versuchte das hoch zu Ross, wurde aber ganz flott wieder zurück beordert.

Nach kurzem Stopp ging´s weiter Richtung Holzberghof. Ganz heimlich, still und leise überschritten wir die Grenze von Hessen nach Bayern. Aber auch die Bayern ließen uns unbehelligt weiter reiten.

Um die Mittagszeit erreichten wir den Holzberghof, rechtzeitig vor den ganzen Touristen und fanden ein schattiges Plätzchen auf der Terrasse mit Blick auf unsere Rösser. Die waren in Reih und Glied unter den Bäumen angebunden und gut versorgt.

Noch bevor wir uns über das Mittagsmenü hermachen konnten gab es lautes Geschrei und viel Aufregung. Ein freilaufender Jungbulle (mit riesigen HörnernJ) kam plötzlich durch´s Gestrüpp und interessierte sich für die angebundenen Pferdies. Innerhalb von Sekunden versetzte er uns Isi-Reiter in Angst und Schrecken und brachte alles durcheinander. Wir verscheuchen ihn mit viel ho, ho, ho, hey, hey, hey und weg da… Das arme Tier war richtig entsetzt und suchte lieber wieder die Nähe seiner Artgenossen. Puh, das war knapp.

Das Mittagsessen war wie immer köstlich, aber weil Alle irgendwie nach Hause wollten, eben nicht so ausgiebig wie die Tage zuvor. Der Heimweg war dann auch kurz und knackig. Die Ansage von Tanja „Hier können wir nochmal langsam bergauf tölten“ endete im gestreckten Galopp und wurde nur durch die Kreuzung am Ende des Weges  gebremst J.

Gegen 15:30Uhr waren wir alle wieder heil und müde doch sehr zufrieden auf dem Hof angekommen. Die Pferde wurden noch versorgt, die Koppeln wieder abgebaut und die Isi´s in die Hänger verladen. Ein herzlicher Abschied und alle fuhren wieder nach Hause.

4 richtig tolle Tage gingen zu Ende, in denen eigentlich alles gepasst hatte - die Truppe war sehr harmonisch, das gemeinsame Frühstück, die Unterbringung, die Pferde, das Wetter, die Landschaft, die Rittführung, …

Herzlichen Dank nochmal an Rainer und Eva. Ihr habt mit Eurer Organisation richtig ins Schwarze getroffen. Es kann eigentlich nicht mehr besser werden – aber wir hoffen trotzdem auf weitere gemeinsame Ausritte.

                                                                                                                    Udo


Mitgeritten sind: Udo mit Jyhlie, Jana mit Fjalladis, Paula mit Hjördis, Ingrid mit Sveipur, Katharina mit Peli, Uli mit Toni, Martin C. mit Hansi, Rotraud mit Maria, Bernhard mit Hrima, Rainer mit Magnus, Eva mit Rubin. Auch dabei: Martin V. mit Hund