12.5. bis 16.5.2010 Himmelfahrtsritt Kellerwald/Edersee

Mittwoch, 12.5.2010


Am Mittwoch starteten 11 Reiter und Pferde Richtung Norden. Zielort war Affoldern, ein kleines "Dolles Dorf" mit eigenem See,
ein paar km südöstlich vom Edersee. Hier wohnen Iris und Manfred Dorn-Fehr mit ihren Isländern, die uns und unseren Ponies
Quartier boten. Bei unserer Ankunft wurden wir herzlich begrüßt und alles war bestens vorbereitet: Große und kleine Wiesenpaddocks
zur Auswahl – oder lieber Paddock am Haus mit Heufütterung – alles war möglich! In der Ferienwohnung schlief die eine Hälfte von uns,
die anderen waren ganz in der Nähe in der Pension „Affolderner See“ von Frau Schütte untergebracht. Auch sie erwies sich
im Lauf der nächsten Tage als wahrer Glücksgriff, machte sie uns doch allen morgens Frühstück und hatte auf alle unsere Fragen
immer eine positive Antwort.
Zum Abendessen testeten wir ein neu aufgemachtes ungarisches Restaurant in Affoldern, und Iris führte uns schon mal theoretisch
in die Besonderheiten dieser schönen Gegend ein (Praktischerweise ist sie als Ranger im hiesigen Nationalpark tätig). Eva machte die"Neuen" nochmal mit den strengen Regeln des HiFa-Rittes bekannt: kommen wir nicht pünktlich weg (Abritt ist immer um 10 Uhr!), muß der letzte der aufsteigt eine Runde für alle ausgeben - tja, hier herrschen harte Sitten ... Außerdem lernten wir Tine kennen, eine Freundin von Iris, die gerne mit uns reiten wollte. Sie war im folgenden eine echte Bereicherung unserer Gruppe!

Eva



Donnerstag, 13.Mai.2010


Bei trockenem, kühlem Wetter sind wir pünktlich um 10 Uhr zu unserer 1. Tour gestartet. Gleich zu Beginn wurden wir vor eine große Herausforderung gestellt. Die erste Ederdurchquerung. Leider war der Einstieg nicht ganz so einladend für die Pferde, denn erst musste ein Absatz überwunden werden bevor man dann direkt am Ufer der Eder stand. Etwas andere Wasser-dimensionen als wir sie hier bei uns kennen. Einige mutige, Rainers Magnus, Rotrauds Mária, Bernhards Kátina ließen sich davon nicht abschrecken, der Rest verzichtete erstmal auf nasse Füße und wählte den trockenen Weg über die Brücke.
Weiter ging es den Orchideenweg entlang, einen eng gewunden Pfad zur Dinkelsburg, wo Pferd und Reiter sich erstmal etwas erholen durften. Dann ging es im Tölt/Trab durch den Nationalpark zum Kleinerschen Tor. Hier hatten wir unseren ersten Ausfall zu verbuchen, Petra und Fengur verliessen die Gruppe, die sich nun weiter zum Ausgleichbecken auf den Weg machte, das sich als wunderbare natürliche Ovalbahn  herausstellte. Ein echtes Highlight des Tages. Danach noch einmal ein Anstieg zum Peterskopf mit herrlicher Aussicht auf Waldeck, Edersee und Affoldern. Nun machten wir uns weiter auf den Weg zur Friedrichshütte, zur wohl verdienten Mittagspause.
Nachdem nun alle wieder frische Kräfte getankt hatten, bei Hanuta, Haribo und gesunden Vitaminen (Himbeer und Holunder in flüssiger Form) ging es auf den Heimweg. Zu guter letzt ging es am Campingplatz noch einmal durch die Eder, wo nun, nach der Anstrengung des Tages, fast alle Pferde die angenehme Kühlung der Beine im Wasser zu schätzen wußten (und der Einstieg war auch einladender).
Beim Abendessen in der Pizzeria "Maharaja" entbrannte eine heiße Diskussion ums Nachtlager. Was ist besser, Tempura Matratze oder Wasserbett, und kann man mit einem Wasserbett die 3 cm Höhenunterschied zwischen zwei Betten ausgleichen? Wir werden sehen. Fortsetzung folgt....

Petra/Jasmin



Freitag, 14.Mai 2010


Beginn mit dem gemeinsamen Frühstück im Hause Schütte und dem üblichen Eiertausch, so dass die Weicheierschlürfer zu ihrem perfekten 3-Minuten-Ei kamen. Auch die Wasserbettenschläfer gesellten sich irgendwann zu uns.
Abritt war wieder pünktlich um 10 Uhr und keine Minute später….
Es ging über den Kellerwaldsteig, der den Nationalpark mit dem Naturpark verbindet, auf schönen Wegen durch die hellgrünen Buchenwälder bis zur Kanzel auf 399 m Höhe, wo wir bei einer kleinen Pause den fantastischen Ausblick auf Schloß Waldeck, die verschiedenen Dörfer und den Edersee genießen konnten.
Anschließend ging es weiter über den Urwaldsteig auf verschlungenen Pfaden über Stock und Stein durch urige Laubwälder mit bizarren Baumgestalten, runter bis nach Hemfurth. Die Mittagspause verbrachten wir im bzw. vor dem „Heuhotel“ an der Eder in ziemlich kühler Witterung. Die Pferde durften angebunden unter den Bäumen ein Nickerchen machen, was den einen oder anderen aber nicht davon abhielt, ein wenig Rinde von den jeweiligen Bäumen zu naschen….
Über den Wasserweg an der Eder entlang, wo es teilweise sehr steil bergab ging, ritten wir wieder Richtung Affoldern. Der Weg führte uns alle direkt durch die Eder, wobei sich nasse Füße und teilweise auch mehr,  kaum vermeiden ließen. Über den Campingplatz ging es zurück.
Nachdem die Pferde versorgt und die Reiter trockengelegt waren, fuhren wir gemeinsam zur Edertalsperre und schauten uns dieses beeindruckende Bauwerk und die Umgebung an.
Abends saßen wir noch bei Frau Schütte im Haus zusammen und bestellten uns mit Sondergenehmigung von ihr in der Pizzaria Maharaja etwas zu Essen. Das Vorabendgesprächsthema wurde nochmal aufgegriffen und ausführlich beschrieben und diskutiert. Da es jeden betraf und jeder dann über Wasserbettenschläfer sowie Hoch-und Tiefschläfer bescheid wußte, konnte jeder seinen Beitrag dazugeben.
Alles in allem war es wieder ein wunderschöner Tag ohne Regen, ohne besondere Vorkommnisse (?) mit einem lustigen Abend als Abschluß.

Ingrid & Martin

Samstag  15. Mai. 2010


Um 10 Uhr ging es los, mit dröhnendem Getrappel durch Affoldern, das ganze Dorf war beeindruckt, wie unserer Führerin Iris mehrfach versichert wurde. Als Erstes kam mal wieder eine Ederüberquerung durch eine nicht sehr tiefe Furt, mittlerweile meisterten das alle Reiter-Teams ziemlich gelassen.
Danach ging es Richtung Böhn`sher Wald, eine urige Wildnis mit viel Sumpfgebiet.An unsere Vierbeiner wurden hohe  Ansprüche gestellt: Durchkämpfen durch Bruchholz (Tief Cynthia hat doch tiefe Spuren hinterlassen), Hüpfen über Gräben und Wasserlöcher. Einige Isis hatten sich wohl vorgenommen in den Spring – Sport zu wechseln, hoch-weit war die Devise! Es gab auch einen klaren Sieger: Rubin, er wollte dem Pegasus Konkurrenz machen!
Weiter ging es, wir kamen am Dorfrand von Bergheim an ein gepflastertes Stück Straße . Ein  Haus war ganz dicht dran gebaut und der Besitzer hatte das Stück  Straße genauso wie seinen Hof gepflastert - dieses war gerade picobello abgekehrt worden. Man hätte davon essen können…..!!! Der Mann stand noch da , den Besen in der Hand und starr vor Schreck : 15 Ponys mit matschigen Hufen hinterließen jede Menge Dreck!
Vorbei ging es an riesigen goldenen Raps – Feldern, durch licht durchflutete Buchenwälder, und immer wieder Ausblicke auf den Edersee.
Mittags machten wir Rast auf einem Hof mit großem Kiosk: „Best Worscht im ganzen Edertal„ nannte sich das,  und die war auch gut ,hhmmmm!
Den Ponys gefiel`s wohl auch, sie standen sich gegenüber, angebunden an eine riesige waagerecht angebrachte Leiter und dösten ganz relaxt.

Jetzt ging es heimwärts, nachdem wir uns alle gestärkt und teilweise etwas aufgewärmt hatten – es war doch ganz schön eisig, aber wir haben auf der ganzen Tour k e i n e n  e i n z i g e n  R e g e n t r o p f e n  abgekriegt, nass wurden wir nur von unten!!
Bei der letzten Eder- Überquerung ging es zum Glück doch noch glimpflich ab: Rubin hatte sich im Seegras verfangen, bekam Panik und tauchte unter. So kam Eva heute zum fast fliegen und fast tauchen mit Pferd!! Im Ort hatte es sich schon rumgesprochen.
Daheim angekommen durften die Pferde nach überstandenen Abenteuern endlich auf die Weide, die Zweibeiner endlich in gemütliche Runde in die Kneipe, wo die eine Hälfte der Reiterstaffel ihre Ferienwohnung hatte. Hier gab`s nichts zu essen ( Frau Schütte , eine ältere ganz patente Dame wirtschaftete ganz alleine hier ) wir konnten aber was mitbringen: Ahle Worscht , Schmalzbrote , riesige Essiggurken und auch eine gigantische Mai – Bowle steuerten unsere Pfadfinderinnen Iris und Tine bei. Zum Schluss gab es sogar noch eine Live – Darbietung „ Drei Kerle in der Küche“: Martin, Bernhard und Andreas hatten die Aufgabe, die benutzten Gläser zu spülen und meinten wohl, mit Glasreiniger im Spülwasser ging es besonders gut! Es hat aber  geklappt, sie haben Lob von der „Chefin“ bekommen.
Dieser Wanderritt wird vermutlich in die Annalen vom IPF-DA-DI eingehen, zumindest was die Pünktlichkeit angeht:
Abritt 10 Uhr, das haben wir an jedem Tag „gepackt“!!

Nun zum Schluss wg. häufiger Nachfrage das Rezept für den Kaffee – Likör:
¾ l Korn
ca. 100 Kaffeebohnen ( Espresso ) etwas anstoßen
ca. 150 g brauner Zucker
1 P. Vanillinzucker
ca. 6 Wochen im Dunkeln stehen lassen, ab und zu schütteln , abfiltrieren,
des war´s !    

Verena und Babs


Sonntag, 16.05.2010


Ein letztes Mal rund ums Dorf, oder:  Leichen pflasterten ihren Weg….
Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmeren Temperaturen brachen  wir wie jeden Tag pünktlich kurz vor zehn in dezimierter Gruppengröße von 8 Reitern und ihren Pferden zum letzten Ritt rund um Affoldern auf. Iris führte uns wie immer genau dort hin wo kein Weg zu erkennen  war und auf der ersten Anhöhe mit Blick auf die umliegenden Dörfer positionierten wir uns zum Gruppenbild und reflektierten die zurückgelegten Reitstrecken der vergangenen Tage.
Anschließend ging es hinein in den Zauberwald, in dem wir der ersten Leiche begegneten:
In einem umgestürzten hohlen Baum fand man die Mumie eines vor 150 Jahren ausgesandten Soldaten, der mit zwei Kollegen geschickt wurde um aufgrund der vielen Wilderer im Jagdgebiet der Fürsten zu patroullieren. Man fand ihn in aufrechter Position mit umgehängtem Gewehr und man geht davon aus, dass er auf den Baum geklettert, dann abgerutscht und im Baumstamm bewusstlos geworden und dann verstorben war. Viele dieser alten Bäume gab es zu bestaunen, einer diente in den vergangenen Jahren als Behausung des hiesigen Waldkauzes.
Vorbei an den Jungpferden der Familie Fehr  ging es weiter bergauf bis zu der Stelle an der man vor wenigen Jahren die kopflose Leiche einer Frau gefunden hatte. Sie war von der Geliebten ihres Ehemannes erschlagen worden und der Kopf wurde an anderer Stelle vergraben aufgefunden.
In der legendären „Hanuta Pause“ auf der Kanzel mit Blick auf das Schloss Friedrichstein und den Edersee übten wir uns zudem in Pflanzenkunde und kosteten die Zwiebeln der Zahnwurz und sammelten von dem  zahlreichen Waldmeister während die Pferde gemütlich grasten.
Nach einem flotten Tölt durften die Pferde ihren Durst am kleinen Waldtümpel stillen und waren nach zahlreichen Eder- Durchquerungen ganz wild aufs Plantschen und Wassertreten. Auch heute sollte es noch einmal an den Fluß gehen. Vorbei am Galgenplatz, an dem lediglich zwei Menschen in vielen hundert Jahren erhängt wurden ging es den Hohlweg entlang bis zur Eder, die aber so viel Wasser führte, dass wir bis zum Rudersteg vorgehen mussten um die Pferde in etwas seichterem Gewässer noch einmal kurz die Beine kühlen zu lassen, bevor wir zum Hof zurückkehrten.  
Die Pferde durften hier noch kurz grasen während sich die Reiter bei Kaffee und Keksen für die bevorstehende lange Fahrt stärkten. Dann ging es zurück nach Hause.  
Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Iris für ihre Gastfreundlichkeit und die Führung, vielen Dank natürlich auch an Rainer und Eva für die tolle Organisation und zu guter Letzt an Petrus für seine Gnade, wir sind nicht einmal ‚von oben‘ nass geworden.
Wir haben viel erlebt und gelernt, in erster Linie über Matratzen und wie man aus Espressobohnen, Doppelkorn und ordentlich Rohrzucker einen sehr leckeren Kaffe-Likör herstellt.
Und merke: Habe immer einen Besen parat,  sollte Dein Schaf mal wieder auf dem Rücken liegen und prüfe die Einstellungen Deines Navigationsgerätes , bevor Du auf „schönen Routen“ mit dem Pferdeanhänger durch die  Fußgängerzone eines  Kurortes schipperst…

Julia Knöchel




Dabei waren:
Ingrid mit Sveipur, Martin mit Godi, Petra mit Fengur, Jasmin mit Vaskur, Julia mit Plüschi (Akafi), Andreas mit Rökkvi (Leihpferd von Iris und Manfred), Rotraud mit Maria, Bernhard mit Katina, Barbara mit Snörp, Verena mit Hrafn, Rainer mit Magnus, Eva mit Rubin, sowie Iris, Tine und Florian aus Affoldern


Und hier noch ein paar schöne Fotos: